Zugehörigkeit und Gruppendruck

Autor: Marvel Stella

Nachdem ich öffentlich bekannt gegeben habe, dass ich nicht mehr an den satanischen Missbrauch in nationalen und internationalen Kulten glaube, bekam ich auf Instagram Post: Eine Betroffene, die an der Dissoziativen Identitätsstörung leidet, schrieb mich an und teilte mir u.a. das Folgende mit:

Zitat:

Du wirst bei Twitter gerade als Täter-existieren-nicht-und-man-sollte-dich-blockieren dargestellt.

Bis dahin hatten wir uns gut verstanden, nun aber glaubte sie, ich sei beim Recherchieren über die Satanic Panic einer Gehirnwäsche unterzogen worden. Natürlich entfolgte sie mir auch, doch immerhin hatte sie den Mut und die Größe, mich direkt anzuschreiben und mit mir ins Gespräch zu kommen.

Dieser Ablauf hat mich damals sehr nachdenklich gemacht. Mir wurde klar, wie enorm der Einfluss der Gruppendynamik bei diesem Thema ist. Vor allem aber wie gefährlich!

Frau Bianca Liebrand schrieb auf der Seite Zersplitterung nach der Therapie:

3.    Zugehörigkeit und Gruppendruck

Oftmals fühlen sich Menschen mit ihren psychischen Problemen isoliert und/oder unverstanden. Durch die Erklärung „Überlebende ritueller Gewalt“ zu sein, kann ein Gefühl der Verbundenheit mit anderen Betroffenen entstehen. In Selbsthilfegruppen und Foren hat man Gelegenheit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und kann sogar Freundschaften schließen. Das Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit ist ein mächtiger Anker gruppenspezifischer Abhängigkeitsstrukturen.
In vielen Studien konnte gezeigt werden, wie einfach Überzeugungen und Werte durch eine Gruppe beeinflusst werden können. Wenn alle in der Gruppe an dieselbe Theorie glauben und deren Inhalte wiedergeben, ist es sehr wahrscheinlich, sich ihrer Meinung anzuschließen. Wer Zweifel äußert, könnte in der Gruppe zurückgewiesen werden.

Autor: Bianca Liebrand

Auf der Seite: Wenn die Gruppe Druck macht schreibt  sie des Weiteren:

Exemplarisch für diese Fragen steht der Erfahrungsbericht in diesem Heft, der zeigt, dass Menschen in einer geschlossenen Gruppe sich schnell der Gruppenmeinung anschließen und ihre eigenen Überzeugungen unter­ordnen. In der Psychologie bezeichnet man das Phänomen des Gruppendrucks als Konfor­mitätsdruck.

Worauf ich hinaus möchte:

Die Vorgehensweisen in Kreisen derer, die überzeugt sind oder aber vorgeben, satanisch-rituell missbraucht worden zu sein, weisen bereits Ähnlichkeiten mit Sektenstrukturen auf:

  • Nach außen hin abschotten
  • Alle als Täter diffamieren, die der eigenen Überzeugung widersprechen
  • Keine Auseinandersetzung mit kritischen Rückmeldungen zulassen
  • Es wird das Motto gepflegt: Bist du nicht für uns, dann bist du gegen uns
  • Bei Nichteinhaltung der eigenen Überzeugung: Ausgrenzung

Natürlich haben wir es hier nicht mit einer formvollendeten Sekte zu tun, aber dieses Vorgehen hat durchaus Ähnlichkeiten. Für Menschen, die Anschluss suchen, die ggf. sogar an einer Dissoziativen Identitätsstörung leiden, die im Internet auf Grund ihrer Krankheit Gleichgesinnte suchen, ist das hier bereits brandgefährlich!

Mittlerweile werden Listen veröffentlicht: Ich nenne sie auch recipe for disaster (Rezept für Desaster!)

  • Mögliche Indikatoren für rituelle (satanische) Gewalt
  • Weitere Anzeichen für RG und eine Programmierung
  • Mögliche Indikatoren für immer noch bestehenden Täterkontakt

(Nein! Ich verlinke es nicht!)

Da berichtet man umfangreich über Programmierungen, Mind Control, Folter und Opferung/en, wofür es angeblich im Krankheitsbild (→ DIS), im Verhalten, in der Symptomatik, in den Träumen und allgemein in seinem psychischen Befinden Anzeichen/Indikatoren gibt.

NEIN! Diese Indikatoren gibt es nicht! Bitte richtet euch nicht nach solchen gefährlichen Listen! Damit pflanzt ihr euch selbst etwas ein, was euren Heilungsprozess und euer Vorankommen – raus aus der Krankheit, rein in die Freiheit – extrem erschweren wird.

Und weiter:

Fragt jemand in Gruppen oder Foren nach Rat, weil er diese/jene Symptome aufweist, kommen immer öfter Rückmeldungen, dass solche Symptome auf rituell-satanischen Missbrauch hinweisen. Hat oder tut jemand etwas, was aus der Gruppen-Überzeugungs-Norm fällt, sind es angeblich Programme von Tätern. Äußert jemand Zweifel, sind es Täterintrojekte.

All das (und noch sehr viel mehr) führt dazu, dass man seinem Bauchgefühl nicht mehr vertrauen kann. Die natürliche und durchaus notwendige Intuition wird buchstäblich ausgeschaltet. ALLES, was die These des satanisch-rituellen Missbrauchs in Frage stellen würde oder könnte, erklärt man mit den oben benannten Ursachen.

Und das…

sind nicht nur sektenähnliche Strukturen, sondern auch klare, stereotypische Muster einer Verschwörung. Genauso funktioniert sie – und zwar JEDE Verschwörung.

Es wird alles dafür getan, dass neue Mitglieder der Gemeinschaft immer tiefer in den Sumpf hinein geraten. Dass sie immer mehr Misstrauen gegenüber der Gesellschaft entwickeln, dass sie immer mehr Täterverhalten wahrnehmen, dass sie aufhören, an sich und ihr Bauchgefühl zu glauben und letztendlich, dass sie Sanktionen und/oder soziale Ausgrenzungen erfahren, wenn sie Zweifel äußern.

Ja, liebe Betroffene:

Genauso sieht eine Verschwörungs-Gemeinschaft aus!

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