Informationen zur Debatte um rituelle Gewalt & Mind Control
− bekannt als „Satanic Panic“ −
und zu Risiken suggestiver Therapiekonzepte.
SP Lexikon
Zirkelschluss
Ein Zirkelschluss (circulus in probando) ist ein logischer Fehlschluss, bei dem eine Behauptung letztlich durch eine Voraussetzung begründet wird, die diese Behauptung bereits als wahr annimmt. Die Schlussfolgerung dient damit – direkt oder indirekt – als ihre eigene Begründung.
Ein einfaches Beispiel wäre: „Diese Quelle ist zuverlässig, weil sie immer die Wahrheit sagt. Dass sie die Wahrheit sagt, wissen wir, weil sie eine zuverlässige Quelle ist.“ Es wurde kein unabhängiger Beleg geliefert; beide Aussagen begründen lediglich einander.
Zirkelschlüsse im RG/MC-Kontext
Im Erklärungsmodell der Rituellen Gewalt/Mind Control (RG/MC) können Zirkelschlüsse entstehen, wenn Symptome zunächst mit dem RG/MC-Modell interpretiert und anschließend als Beleg für genau dieses Modell verwendet werden.
Beispielsweise können fehlende Erinnerungen als Hinweis auf „Amnesiebarrieren“ oder „Programmierung“ gelten. Dass keine Erinnerungen an eine Täterorganisation vorhanden sind, wird dann nicht als fehlender Beleg betrachtet, sondern als Beleg dafür, wie erfolgreich die Täter Erinnerungen verborgen haben.
Ähnlich kann ein Zweifel an der eigenen RG/MC-Geschichte als Wirkung eines „Programms“ oder einer täterloyalen Innenperson interpretiert werden. Glaubt die Person an die Täterorganisation, bestätigt dies das Modell; zweifelt sie daran, kann auch dieser Zweifel innerhalb des Modells erklärt werden.
Dadurch entsteht ein selbstbestätigendes Erklärungssystem, in dem kaum noch eine Beobachtung gegen die ursprüngliche Annahme sprechen kann. Wissenschaftlich problematisch ist dies, weil eine überprüfbare Hypothese grundsätzlich Bedingungen zulassen muss, unter denen sie sich als falsch erweisen könnte.
