Informationen zur Debatte um rituelle Gewalt & Mind Control
− bekannt als „Satanic Panic“ −
und zu Risiken suggestiver Therapiekonzepte.
SP Lexikon
Generationenübergreifender Kult
Als „generationenübergreifender Kult“ wird im Umfeld der Rituelle-Gewalt- und Mind-Control-Konzepte (RG/MC) eine angeblich geheime Tätergemeinschaft bezeichnet, deren Strukturen und Praktiken über mehrere Generationen innerhalb von Familien oder sozialen Netzwerken weitergegeben werden.
Nach dieser Vorstellung werden Kinder bereits in bestehende Täterstrukturen hineingeboren oder früh in sie eingebunden. Später sollen sie selbst Aufgaben innerhalb des Kultes übernehmen, während Geheimhaltung, Rituale und teilweise sogenannte „Programmierungen“ von einer Generation an die nächste weitergegeben werden.
Die Vorstellung generationenübergreifender geheimer Kulte ist bereits Bestandteil der Satanic-Ritual-Abuse-Erzählungen und findet sich in veränderter Form in heutigen RG/MC-Konzepten wieder. Häufig wird damit erklärt, wie vermeintliche Täterorganisationen über Jahrzehnte bestehen und zugleich weitgehend unentdeckt bleiben könnten.
Für die Existenz solcher über Generationen fortbestehenden geheimen Kult- und Täterstrukturen im Sinne des RG/MC-Modells gibt es keine belastbaren empirischen Belege. Das Konzept ist von realen familiären oder institutionellen Strukturen zu unterscheiden, in denen Gewalt oder Missbrauch tatsächlich über Generationen weitergegeben werden können.
