Informationen zur Debatte um rituelle Gewalt & Mind Control
− bekannt als „Satanic Panic“ −
und zu Risiken suggestiver Therapiekonzepte.
SP Lexikon
Ausstieg / Ausstiegsbegleitung
Ausstieg bezeichnet allgemein das Verlassen einer gewaltgeprägten, kontrollierenden oder kriminellen Gruppe bzw. Beziehung. Eine Ausstiegsbegleitung kann Betroffene dabei praktisch, psychosozial oder therapeutisch unterstützen. Solche Hilfen gibt es beispielsweise für Menschen, die extremistische Gruppen, Sekten, Menschenhandel oder andere tatsächliche Abhängigkeits- und Gewaltstrukturen verlassen.
Ausstieg im RG/MC-Kontext
Im Umfeld von Ritueller Gewalt/Mind Control (RG/MC) bezeichnet „Ausstieg“ dagegen häufig einen jahrelangen Prozess, in dem sich Betroffene aus einer angeblich weiterhin bestehenden geheimen Täterorganisation lösen sollen. Dabei wird vorausgesetzt, dass diese Organisation auch im Erwachsenenalter Zugriff auf die betroffene Person hat und sie durch Täterkontakte, Drohungen, Trigger, „Programme“ oder sogenannte täterloyale Innenpersonen kontrolliert.
„Ausstiegsbegleitung“ kann entsprechend darauf ausgerichtet sein, vermeintliche Täterkontakte aufzudecken, „Programme“ zu erkennen und zu deaktivieren oder einzelne Persönlichkeitsanteile davon zu überzeugen, nicht länger mit der Täterorganisation zusammenzuarbeiten.
Für die im RG/MC-Modell behaupteten geheimen, generationenübergreifenden Täterstrukturen und deren Kontrolle von Menschen mittels „Programmierung“ gibt es keine belastbaren empirischen Belege. Problematisch wird Ausstiegsbegleitung deshalb insbesondere dann, wenn die Existenz einer solchen Täterorganisation bereits vorausgesetzt und Erlebnisse, Symptome oder innere Konflikte anschließend innerhalb dieses Erklärungsmodells interpretiert werden.
Der RG/MC-spezifische „Ausstieg“ ist daher von der Unterstützung beim Verlassen nachweislich bestehender Gewalt-, Abhängigkeits- oder Täterstrukturen zu unterscheiden.
