Wer ist Marvel

  • Öffentlicher Name: Marvel Stella,
  • Freunde nennen mich oft auch Marvi oder Marv
  • Geburtsjahr: 1967
  • Familienstand: Ledig (nie verheiratet)
  • Hobbys: Natur, Schreiben, Webdesign, Lesen, Lernen
  • Leidenschaft: Familie / Enkelkind / Katzen
  • Abneigung: Menschen und ihr Machtstreben
  • Beruf: Erwerbsunfähigkeitsrente
  • Pflegegrad 3
Casey Wilson sagt 1995 über DIS Patienten:
»Vermutlich habe ich noch nie einen Patienten gehabt,
der einerseits so gut funktioniert und andererseits so bedürftig ist.«

Auf der Homeseite meiner persönlichen Webpräsenz (wird noch verlinkt) steht:

Wir, Nora und ich, befinden uns an einer sehr unterschiedlichen Stelle unseres (Heilungs-)Weges. Nora ist eher in dem Zustand einer hülflosen Puppe, den Justinus Kerner beschreibt. Ich dagegen zeige bereits die Farben eines Schmetterlings.

Das schrieb ich Ende Mai 2022. Jetzt im August wurde mir bewusst, dass auch ich nichts weiter als eine hülflose Puppe – wie Justinus Kerner es nennt – bin. Ich werde es immer sein. Es gibt keine Heilung, man kann nur lernen, sich dem Leben in einer Weise anzupassen, dass man gut damit zurecht kommt.

Ich komme in Teilen gut damit zurecht, aber diese Teile machen keinen farbenfrohen Schmetterling aus, sondern wirken wie eine graue, farblose Mottengestalt. Alles, was mir Farbe geben könnte, ist nicht mitgewachsen, nicht mitgereift, nicht bei mir.

Ich bin funktional, ähnlich wie beim Check-in am Flughafen, wo ich gearbeitet habe. Ich habe in gefühlter Weise alles im Griff. Autonom und selbstbewusst gehe ich meinen Weg, mein Partner ist die kPTBS. Nicht die Dissoziation, denn davon spüre ich nicht viel. Ich weiß zwar, dass ich Teil der Dissoziation bin, aber das ist so selbstverständlich in meinem Leben, dass ich nicht das Gefühl habe, ich dissoziiere oder bin gar ein Teil davon.

Was niemals selbstverständlich sein wird, ist die Belastungsstörung mit all ihren Facetten, Symptomen und Einschränkungen. Vieles äußert sich somatisch und das nicht nur in Form von Schmerz. Meine autoinflammatorische Erkrankung und die kPTBS haben ein Verhältnis miteinander.

Wir:

Ich kann euch versichern, euch keine Jammer-Arien anzubieten, doch ich bin nur eine von vielen. Wir sind 9 – in Worten neun – sehr eigenständige (dissoziierte) »Identitätsanteile« und 10 – zehn – dissoziierte »Zustände«.

Was ich »Anteile« nenne, nennen andere DIS Betroffene »Personen«. Doch um sie als Personen zu bezeichnen, auch wenn ich sie subjektiv so wahrnehme, weiß ich bereits zu viel.

Die Zustände sind – anders als die Anteile – sehr stereotyp. Sie treten immer in der derselben Form und/oder mit denselben Aufgaben in Erscheinung.

Wichtig:

Keiner von den Meinigen wird sich vorstellen, wenn er etwas postet. Damit hatten wir bereits in den letzten Jahren unserer Therapie ein Problem. Wir kommen nicht auf Abruf, stellen uns nicht vor und verraten keine Namen. Das ist ein NoGo für uns, denn wir haben schon seit sehr vielen Jahren den Anspruch, aus der Dissoziation heraus zu kommen und nicht, uns immer tiefer hinein zu manövrieren.

Abgesehen davon aber sind ohnehin maximal drei Anteile schreibend tätig, meistens sogar nur ich. Und von mir wird es keine Jammerei geben.

Aber ich habe jemanden neben mir, die extrem depressiv ist. Der körperliche und seelische Schmerz, den sie durchlebt, ist schlicht die Hölle. Sie leidet immer und ich meine wirklich immer, jederzeit & jeden Augenblick. Wenn sie nicht weint, starrt sie vor sich hin, schaukelt mit ihrem Körper und versinkt in ein Nichts.

Früher glaubte ich mal, sie wäre unser biologisch gebürtiger Anteil, inzwischen wissen wir es aber alle besser, sogar sie selbst. Der Anteil, der einst zur Welt kam, befindet sich nicht in unserem Universum .

Um auf sie zurück zu kommen, die so viel Schmerz durchleidet…

Manchmal ist das Schreiben für sie das einzige Ventil, um den Schmerz irgendwie aushalten zu können, und ich werde sie nicht davon abhalten, auch wenn es mir verdammt schwer fällt, zu sehen, wie sie ihre laut-losen Qualen und ihre hysterisch wirkenden Gebärden ins Netz hinein schleudert (hysterisch kann man wörtlich nehmen).

Ich bin geschult in der

  • Kinderpädagogik
  • Kommunikationspsychologie
  • Entwicklungspsychologie,   
  • Gesundheitspsychologie

Geschult heißt nicht, dass ich studiert habe. Der Beginn/Versuch war da, aber ich bin nicht weit gekommen. Schon mit jungen Jahren haben mich meine physischen und psychischen Krankheiten buchstäblich aus der Bahn gerissen. Im Laufe der Jahre habe ich mir selbst mehrere Ausbildungen finanziert, die ich zumeist über Abendschule und durch mehrere Fernkurse absolvierte. Damit habe ich mir wenigstens ein paar Träume erfüllt, wenn auch die allermeisten auf Grund meiner Krankengeschichte geplatzt sind.

Im Reisegewerbe absolvierte ich eine staatliche Ausbildung. Damit arbeitete ich viele Jahre am Flughafen, wo Passagiere ihre Flüge und Reisen buchen konnten. Oft war ich auch direkt beim Check-in. Aber das war alles andere, nur kein Traum. Es war laut, es war voll, es war stressig und öde.

Doch irgendwie musste ich mein Geld verdienen und dafür schluckte ich Schmerztabletten wie Smarties. Bis irgendwann nichts mehr ging.

Psychische Erkrankungen:

  • 1995 Diagnose: Dissoziative Identitätsstörung
  • Inklusive anderer dissoziativer Störungen, wie u.a. Amnesie und Depersonalisations-/Derealisationsstörung
  • 2008 Bestätigung der Diagnose: Dissoziative Identitätsstörung
  • Konversionsstörung
  • Chronische posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Chronische generalisierte Angststörung
  • Jactatio corporis = monotones Schaukeln, Wiegen und Wippen mit dem Oberkörper beim Sitzen
  • Panikstörung
  • Hypochondrie
  • Affektkrämpfe
  • Autismus-Spektrum-Störung (Asperger)
  • Rezidivierende depressive Störung (mittelgradige bis schwere Episoden)

Bewältigte psychische Erkrankungen:

  • Magersucht
  • Zwangsstörung
  • Selbstverletzungen
  • Hospitalismus = Jactatio capitis = Rhythmisches Schaukeln des Kopfes beim Liegen
  • mehrere Phobien

Psychiatrie-Diagnosen

Auf Grund sehr vieler Psychiatrieaufenthalte gab es immer wieder Diagnosen, die „auf die Schnelle“ vergeben wurden, und die sich als nicht haltbar erwiesen haben. Wie unter anderem: Schizophrenie und Bipolar. Auch viele Verdachtsdiagnosen wurden geäußert, die ich im Einzelnen jedoch nicht mehr erinnern kann.

Körperliche Erkrankungen:

  • COPD im Stadium GOLD III (ich habe 30 Jahre lang geraucht)
  • Eine autoinflammatorische Immunstörung, die mehrere schwerbehinderte Krankheiten umfasst (Morbus Bechterew, SAPHO Syndrom im 3. Stadium).
  • Rheumatische Sehnenscheidenentzündung = Knie, Knöchel, Fersen
  • Wassereinlagerungen in den Knien & Knöcheln
  • Fibromyalgie
  • Arthritis
  • Glaukom
  • Grauer Star
  • Anisokorie
  • Monokularsehen
  • chronische Zystitis

Wie sieht mich Nora?

Über Marvelous

Genauso wie sich das Leben an sich nur schwer beschreiben lässt (sondern nur er-leben), genauso wenig kann man Marvel beschreiben. Weil die 26 Buchstaben des Alphabets in sämtlichen Kombinationen nicht ausreichen, um einen Menschen in all seiner Vielfalt in Worte zu fassen.

Wie viele Farbnuancen kann man aus den Grundfarben eines Malkastens mischen? Wenn jeder Buchstabe eine Farbe wäre, würden sich die Worte wie von selbst zeichnen – zu einem Farbraum, der sich zur Buntheit eines flüchtig schillernden Regenbogens ergänzt: unbegrenzt aber dennoch endlich; unerreichbar aber trotzdem zum Anfassen nah.

Marvel widerlegt das oft zitierte Sprichwort: Nein – nachts sind eben nicht alle Katzen grau.

Sie liest zwischen den Zeilen. Direkt aus der Seele des Gegenübers, ohne dass es dafür Worte bedarf. Und sie schreibt mit Herzblut. Auch beziehungsweise gerade dann, wenn ihr Herz dabei blutet. Denn für ein Thema zu brennen, birgt immer auch ein wenig die Gefahr, selbst zu verbrennen.

Marvel fühlt die Gefühle und den Schmerz anderer Menschen: Es ist ein Fühlen, was weit über das übliche Mitgefühl hinaus geht; in einer unverfälschten Welt ohne Floskeln und Filter, wo die Gefühle anderer schnell zu eigenem Fühlen werden.

Einem Menschen ohne Masken ehrlich gegenüber zu treten ist stark, es macht aber auch verletzbar. Denn es zeigt den eigenen Wesenskern – etwas zutiefst Menschliches, aber leider vielen Menschen fremd. Genau diesen Wesenskern möchte Marvel ausfindig machen, in sich selbst und in anderen. Was liegt hinter all den (Seelen-)Masken und was macht einen Menschen aus – abseits der Schutzmauern, deren Errichtung die Gesellschaft uns allen von Kindesbeinen an aufgezwungen hat?

Es ist eine Reise, wo der Weg zählt, nicht nur das Ziel: Denn drei Schritte nach vorne und einer zurück macht in Summe immer noch zwei Schritte nach vorne.

Marvel ist grenzenlos neugierig. Auf das Leben. Auf Menschen. Auf die Begegnung von Seelen: Vielfältig, authentisch und ungezähmt.

Drei Punkte … sind ein Platzhalter für alles, was nicht in Worte gefasst werden kann: für die Ecken und Kanten und für das Ungeschminkte, was zutiefst menschlich ist.

Der Versuch, Marvel zu beschreiben, kann nicht mit einem bloßen Punkt enden. Sondern mit einem Semikolon, das alles offen lässt, was noch kommt: … ;

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Text: © Nora

Kontakt:E-Mail Kontakt: E-Mail: @Marvelous

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