Masken schaden nicht!

Kurz vor Herbstbeginn ist die Maskenfrage wieder ein Thema für Menschen mit einer Traumafolgestörung.

Leider ist es aber auch ein Thema, bei dem bestimmte Therapeuten suggerieren oder gar verdeutlichen, es sei notwendig, die Angst der Patienten zu pflegen, anstatt sie aufzulösen. Nehmen wir beispielsweise Frau Michaela Huber, eine Psychotherapeutin, die bereits 2020 auf ihrer Mailing-Liste den Text publizierte:

Darin unterstellt sie allen Personen, die auf eine Maskenpflicht in einer Psychotherapie Wert legen, dass diese nichts von Psychotherapie verstünden..

Auf ihrem ehemaligen Twitter-Account hat Michaela Huber jedoch gezeigt, dass sie ganz persönlich mit Coronamaßnahmen und Masken ein Problem hat. Von souveräner Neutralität kann man also hier nicht mehr ausgehen. Siehe: Michaela Huber und Corona

Die Folgen ihrer Mail auf der Mailing-Liste sind gravierend. Vor allem bei Menschen mit einer Dissoziativen Identitätsstörung – konkret in Kreisen, in denen Betroffene überzeugt sind, satanisch-rituell missbraucht worden zu sein –  haben sich die Weigerung, die Angst und die Not, eine Maske tragen zu müssen, verstärkt. Anstatt an dieser Angst zu arbeiten und sie kontrolliert und professionell zu minimieren, wurden die Betroffenen in ihrer Wahrnehmung bestärkt, dass die Maske gesundheitlichen Schaden erzeuge.  

Wir müssen uns die Frage stellen, wofür eine Psychotherapie da ist.

  • Seit wann gilt es, in Psychotherapien Ängste der Patienten zu pflegen, anstatt daran zu arbeiten?
  • Seit wann werden in Psychotherapien Patienten in ihrer rein subjektiven Wahrnehmung bestärkt?
  • Wann ist es üblich geworden, dass Psychotherapeuten den Patienten vermitteln, sie hätten eine Chance, die Welt nach ihrem Störungsbild zu gestalten?
  • Warum geht ein Mensch überhaupt zur Psychotherapie? Damit die Störungen, Ängste und Probleme dort eine Bestätigung erhalten?

Grundsätzlich gilt:

Atemprobleme, die durch das Tragen einer Maske erzeugt werden, sind kein physisches Problem, sondern ein Psychisches! Das gilt auch für Personen mit einer Atemwegserkrankung. Zum einem kann ich das persönlich bestätigen, da ich unter COPD Gold 3 leide und zum anderen ist es wissenschaftlich belegt.

Es gibt eine kleine Minderheit physisch schwer kranker  Menschen,  die mit Masken tatsächlich ein Problem bekommen, diese Menschen aber sind allgemein nicht mehr fähig,  überhaupt irgendwo hin zu gehen. Wenn sie eine Maske benötigen, dann nicht die FFP2 Maske, sondern eine für die Beatmungstherapie

Masken erzeugen keine gesundheitlichen Probleme. Zumindest keine körperlichen! Und für die psychischen Probleme ist die Psychotherapie da.

Um es noch mal zu konkretisieren:

Eine Psychotherapie ist dafür da, dem Patienten zu helfen, in der – mitunter sehr schwierigen – Welt zurecht zu kommen. Sie ist nicht dafür da, zu vermitteln, dass sich die ganze Welt nach den Ängsten der Patienten richten muss.

Entsprechend abweisend fallen auch all die Antworten von den öffentlichen Sendern WDR, ZDF und Co aus, an die sich die Betroffenen nun richten, um ihren Standpunkt öffentlich zu verdeutlichen.

Man muss sich auch hier die Frage stellen, wie Betroffene überhaupt dazu kommen, sich an die öffentlichen Sender zu richten, um sich Gehör zu verschaffen? So etwas hat es nie zuvor gegeben.

Das liegt einzig daran, dass die scheinbar treibenden Kräfte daran appellieren, dass sich die Welt nach den Betroffenen richtet. Entsprechend verhalten sich diese nun auch.

Ich möchte in dem Zusammenhang gerne auf einen Twitter-Thread von einer Psychotherapeutin eingehen. Bitte lest euch diesen aufmerksam durch. Es lohnt sich wirklich (der Thread richtet sich primär an die Maskengegner unter den Psychotherapeuten).

Hervorzuheben ist das Folgende:

  • Menschen haben gelernt, Mimik zu deuten. Das geht auch anhand der Augenpartie & Körpersprache. Wir Psychotherapeuten sollten das erst recht können.
  • Studien zeigen: Es gibt keine Sauerstoff/CO2-Veränderungen im Blut. Das Gefühl, schlecht Luft zu kriegen, ist subjektiv durch Atemwiderstand. Der spricht aber für korrektes Tragen.
  • Wir Therapeuten sollten Atemtechniken & kognitive Mittel kennen, um das Empfinden zu verringern.
  • Auch im Sport schränken Masken die Leistungsfähigkeit nicht ein, können sogar die Atemmuskulatur stärken.
  • Menschen mit Atemwegserkrankungen brauchen gerade diesen Schutz! Auch hier: Es gibt keine Beeinträchtigung der Atemfunktion!
  • Unsere Aufgabe: Nicht an Sorgen festhalten, sondern adaptiven Umgang mit veränderten Bedingungen fördern!
  • Bitte als Experte verdeutlichen: Es zählt das Narrativ, das wir vorleben.
  • Nur wenige Gründe sprechen gegen die #Maskenpflicht, z. B. Verletzungen im Gesicht, fehlende geistige Einsichtsfähigkeit. Wer ein unversehrtes Gesicht hat, möge bitte gut nachdenken.

Liebe Betroffene einer Traumafolgestörung,

konkret an diejenigen, die sich bemühen, eine Maskenbefreiung durchzusetzen:

Ich weiß, dass ich mir mit dem, was ich hier tue und schreibe, keine Freunde mache. Aber es bringt doch nichts, all das, was an Aufklärung die Runde macht, zu ignorieren oder gar zu bestätigen, wenn ich weiß, dass es all denen, die das lesen und verinnerlichen, schadet. Ich kritisiere nicht euch, denn ihr richtet euch auch nur nach dem, was ihr durch bestimmte Therapeuten vermittelt bekommt. Meine Kritik geht genau an diejenigen, die dafür verantwortlich sind.

Es ist schwer, bei so vielen Themen, die euch betreffen, zu beobachten, dass ihr euch von der Gesellschaft, von den Behörden, von vielen Psychotherapeuten und sogar von Mitbetroffenen im Stich gelassen fühlt. Eure Wut, die daraus resultiert, bekam ich oft zu spüren.

Ich sollte bei eurer Aufklärung mithelfen oder meinen Mund halten, war einst eure Forderung an mich. Manch einer sprach sogar vom Rufmord, den ich betreibe, obwohl ich keine Namen nenne.

Euren Forderungen kann ich nicht nachkommen, wenn ich weiß, hier geschieht ein Unrecht.

Auch hier bei dem Maskenthema sehe ich die Gefahr, dass die Menschen, die euch folgen, mit subjektiven Befindlichkeiten bestätigt werden, anstatt, dass sie sich konstruktive Hilfe suchen, um sich von diesen Befindlichkeiten zu lösen.

Die Aufklärung, die ihr beim Maskenthema betreibt, ist wissenschaftlich und fachlich nicht korrekt. Ja ich weiß, ich bin ein Laie und könnte mich irren. Aber jeder Wissenschaftler und Fachmann – mit der Ausnahme eines kleinen Kreises – wird mir zustimmen.

Artikel / Informationen zum Weiterlesen:

    

2 Kommentare

  1. Zu Frau Hubers (zumindest teilweise) esoterisch geprägtem Weltbild, ihrer hartnäckigen Verbreitung des Verschwörungsnarratives vom satanistisch-rituellen Missbrauch inklusive Behauptung übernatürlicher Phänomene im Rahmen der DIS, ihren dubiosen Ansichten zu Corona und angeblicher Kollektivtraumatisierung und ihrer unseriösen Agitation gegen Kritiker und Skeptiker möchte ich mich jetzt nicht auslassen; das würde ein Beitrag in Überlänge. 😉

    Psychotherapeut*innen sollten ihre Klient*innen sinnvoll bei Schwierigkeiten im Umgang mit der Maskenpflicht unterstützen. statt kontraproduktives Vermeidungsverhalten zu bestärken oder gar zu evozieren. Aufklärung über die Ungefährlichkeit des Maskentragens und das Vermitteln von Techniken zum Umgang mit Angst/Panik, zur Angstreduktion sowie Übungen zur Desensibilisierung wären z.B. sinnvolle Maßnahmen.

    Therapeut*innnen, die einen Menschen mit Sozialer Phobie in der Vermeidung von Sozialkontakten oder eine*n Klaustrophobiker*in im Vermeiden von z.B. Aufzügen bestärken, würde man ganz selbstverständlich aufgrund ihres unprofessionellen Handelns kritisieren. Bei der Behandlung von Menschen mit DIS/(p)DIS/Komplextraumatisierung scheinen für einige Therapeut*innen psychotherapeutische Standards allerdings nicht mehr zu gelten.
    Nun ist die Behandlung komplexer Traumafolgestörungen in aller Regel eine größere therapeutische Herausforderung als etwa die einer spezifischen, isolierten Phobie. Nachvollziehbar sind auch die emotionale Anteilnahme und eventuell aufkommende Beschützerimpulse von Therapeut*innen, die mit sehr belastenden Biographien ihrer traumatisierten Klient*innen konfrontiert werden. Wenn all dies von Therapeut*innen jedoch nicht ausreichend reflektiert und im therapeutischen Handeln umgesetzt wird, geschieht es zuweilen, dass schwer traumatisierte Klient*innen zu „dauergefährdeten, zarten (im Falle der DIS auch relativ seltenen) Pflänzchen“ gemacht werden, die ständigen Schutzes und allerlei Sonderregelungen bedürfen. Hierdurch werden aber Selbstverantwortung, mündiges Handeln und soziale Integrationsfähigkeit der Klient*innen behindert. Letztlich nimmt man den Klient*innen die Möglichkeit zur eigenständigen Lebensgestaltung und der gesellschaftlichen Teilhabe außerhalb von spezifischen Betroffenen-Communities. Gerade für Menschen, die aufgrund traumatisierender Erlebnisse und von emotionaler Deprivation sowie Loyalitätskonflikten geprägten Bindungserfahrungen mit erlernter Hilflosigkeit, mangelnder Selbstwirksamkeitserwartung und dem starken Bedürfnis nach emotionaler Zuwendung ringen, entsteht eine Falle. Selbstempowerment, das Einstehen für Konsequenzen eigenen Handelns und eine Beziehungsgestaltung frei von pathologischen Abhängigkeitskonstellationen werden zugunsten von sekundärem Krankheitsgewinn (Sonderstellung, therapeutische Aufmerksamkeit/Zuwendung, Schutz- & Schonverhalten, Verantwortungsvermeidung) zurückgestellt bzw. aufgegeben.

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