Informationen zur Debatte um rituelle Gewalt & Mind Control
− bekannt als „Satanic Panic“ −
und zu Risiken suggestiver Therapiekonzepte.
Rituelle Gewalt
Rituelle Gewalt bezeichnet im Kontext der Satanic-Panic- und späteren RG/MC-Debatte die Vorstellung, dass Menschen – insbesondere Kinder – innerhalb geheimer Tätergruppen systematisch schwer missbraucht und in ritualisierte Gewalthandlungen einbezogen werden. Den Tätergruppen werden häufig satanistische, religiöse oder andere ideologische Motive und eine über lange Zeit bestehende geheime Organisationsstruktur zugeschrieben.
Das Konzept entwickelte sich aus den seit den 1980er-Jahren verbreiteten Erzählungen über Satanic Ritual Abuse (SRA). Nachdem die behaupteten satanistischen Netzwerke trotz umfangreicher Ermittlungen nicht nachgewiesen werden konnten, trat der ausdrückliche Satanismusbezug zunehmend in den Hintergrund. Im deutschsprachigen Raum etablierte sich stattdessen insbesondere die Bezeichnung „Rituelle Gewalt“.
Für die Existenz der im Konzept beschriebenen weitreichenden geheimen Täterstrukturen gibt es keine belastbaren empirischen Belege. Das Konzept weist zentrale Merkmale einer Verschwörungserzählung auf.
Davon zu unterscheiden ist reale Gewalt, die tatsächlich im Rahmen religiöser, ideologischer oder ritualisierter Praktiken stattfinden kann. Deren Existenz ist kein Beleg für das unter „Ritueller Gewalt“ beschriebene verschwörungstheoretische Gesamtmodell.
