Keiner will sich die Finger verbrennen

Diese satanisch-rituellen Kult-Verschwörer hacken sich in alles hinein, was nach Trauma klingt. In psychologische Fachzeitschriften, in Trauma-Vereine – einfach überall! Gerade noch liest man einen wirklich wichtigen und lesenswerten Beitrag von Sandra Norak über Menschenhandel und (Zwangs-)Prostitution in Deutschland, schon platzieren sich Verschwörer in den entsprechenden Ausgaben direkt daneben, so, dass eine Sandra Norak völlig unter geht.

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Die Skeptiker sind die Verschwörer?

Wenn ich nun eine Therapeutin gehabt hätte, die mir suggeriert, satanisch und/oder rituell missbraucht worden zu sein, dann würde ich Klarheit haben wollen. Natürlich würde auch ich erst einmal auf Abwehr gehen, und ja, es würde mich tief verletzen, wenn irgendwelche Leute daher kämen und behaupten, dass das, an was ich mich zu erinnern glaube, eine Verschwörung ist.

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Glück gehabt?

Mittlerweile weiß ich, dass sich diese satanistisch-rituellen Missbrauchsdarstellungen nicht in dieser Form zugetragen haben können. Dennoch kann ich mich deren Nachhall nicht erwehren: Was macht es mit dem Leser, sich mit derartigen Schilderungen von schlimmsten Horrorerlebnissen zu konfrontieren? Was macht das mit mir als Überlebende sexueller Gewalt, diese genauso grausamen wie detailhaltigen Berichte zu lesen?

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Nora und ich sind Teil einer Verschwörung

Wie kommuniziert man nun mit Opfern und Betroffenen, die überzeugt sind, satanisch missbraucht worden zu sein? Genau das ist doch der Punkt, den ich monatelang bei den Recherchen vor Augen hatte. Die Frage, wie sich Opfer fühlen müssen, wenn man ihnen all ihre Erinnerungen abspricht! So etwas ist demontierend! Es ist im Grunde die umgekehrte kafkaeske Wendung! Egal, was sie sagen, man wird behaupten, ihre Erinnerungen seien Teil einer Verschwörung. Sie können nicht mehr glaubwürdig sein.

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