DIS – Krankheit?

Ist DIS eine Krankheit?

Das ist ein Thema, wo sich die Gemüter oftmals in der Diskussion erhitzen. Vielleicht passiert das auch, wenn man  liest, dass ich an mancher Stelle von einer DIS-Erkrankung schreibe.

Eigentlich (ein fürchterliches Wort 😉 ) ist es ähnlich, wie bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Keiner möchte seine Person als Krankheit betrachten, denn das führt zu starken Irritationen  in der Selbstwahrnehmung und auch im Selbst-Bewusstsein. Es wird als verletzend empfunden. Betroffene sprechen lieber von einem Überlebensmechanismus. In dem Fall wird die DIS positiv besetzt und das ist auch gut so.   

Ich möchte hier kurz darlegen, was ich im psychologischen Kontext als Krankheit verstehe.

Krankheit und/oder Störung ist all das, was als behandlungsbedürftig gilt, bzw. womit man sich und/oder anderen dauerhaften Schaden zufügt. Es spielt dabei keine Rolle,  um was es konkret geht, denn das trifft grundsätzlich auf alle Verhaltensweisen zu.

Wenn ich mit einer DIS zum Therapeuten gehe, weil mich die Symptome und Begleiterscheinungen der DIS belasten, dann gilt es als eine Störung. (Das beinhaltet ja auch der Begriff an sich. = Dissoziative Identitäts-Störung)

Lebe ich aber gut und gerne mit der dissoziativen Identität, ohne, dass ich mir oder anderen unentwegt schade, dann ist man weder krank, noch weist man eine Störung auf. In dem Fall kann man nicht mal mehr von einer Traumafolgestörung reden, sondern von einem „So-Sein“!

Fazit: Wenn ich hier auf meiner Seite von einer Erkrankung oder Störung rede, dann geschieht das grundsätzlich im Kontext mit einer behandlungsbedürftigen Belastung.

Ein Kommentar

  • Beste “Beschreibung” ever

    DIS = “so sein ” (duerfen)😉👍

    Diagnosen wie z.B. “Psychosen”….oder auch “schwerst strukturell gestoerte Patientin” von seitens einiger “Vollpfostenpsychiater….gehen gar nicht….!!!

    DANKE fuer diese aufschlussreiche und tolle Seite👌

    Eine Betroffene

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