Depersonalisation

Depersonalisation Definition nach ICD11

Gysi teilt die DepersonalisationsDerealisationsstörung (6B66) in diese fünf Unterbereiche (Medford et al.,2005);

  • Depersonalisation
  • Derealisation
  • Desomatisation
  • Deaffektualisation
  • Detemporalisation.


• Depersonalisation

störendes Gefühl des “von sich selbst separiert sein”, sich von außen zuschauen, sich wie ein Roboter oder ein Automat fühlen

• Derealisation

bedrohliches Gefühl des Fremdseins unter Menschen, Umwelt durch einen Tunnel wahrnehmen, Gefühl des Fremdseins der Umgebung

• Desomatisation

Reduzierung, Veränderung oder Verlust der Körperempfindungen mit reduzierter Schmerzempfindung

• Deaffektualisation

Reduzierung oder Verlust emotionaler Reaktivität, Emotionen scheinen nicht mehr spontan und situationsädäquat zu reagieren;

mit Auswirkungen auf intime Beziehungen

• Detemporalisation

Verlust des Gefühls für Zeit mit fehlendem Zeitempfinden oder eingeschränktem Gefühl für die Gegenwart, oder dem Gefühl, die Zeit würde sehr langsam, wie in Zeitlupe, vergehen (Billon 2016).

Formen von Depersonalisation und Derealisation

nicht pathologische Formen:

  • bei gesunden Menschen, speziell bei starker Müdigkeit
  • substanzgebunden während und nach Indoxikation mit Alkohol oder Drogen

pathologische Formen:

• primäre Depersonalisation:

>> eigenständiges Krankheitsbild mit eigener Diagnose

• sekundäre Depersonalisation:

>> in Situationen ernsthafter Gefahr und Trauma, im Sinne einer peritraumatischen Dissoziation

>> im Rahmen einer anderen psychischen Erkrankung

(TDI: borderline TDII: PTBS, kPTBS TDIII: DIS, pDIS TDIV: dissoziativ-neurologische Symptomstörung (sensorisch)

TDV: Depression, Zwangsstörung, Schizophrenie, Angst- und Panikstörung, Suchtstörungen, Eßstörungen, Autismus, u.a.)

>> im Rahmen einer organischen Erkrankung (Epilepsie, Migräne, Hirntumor, u.a.).

Quelle: Dr. med. Jan Gysi
Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie FMH
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