Hysterie als Stigma

Was hat sich denn in all den letzten Jahrhunderten geändert? Entweder, man unterstellt den ohnehin körperlich gepeinigten Frauen, dass sie voller Besessenheit (hexengleich) nur Aufmerksamkeit suchen oder gar unbefriedigt seien (hallo Mittelalter) oder man unterstellt Frauen, wie in und nach der Nazizeit, Hysterie, weil sie sich nicht im Rollenklischee einordnen. Inzwischen ist jeder hysterisch, der ab und zu mal ein paar Emotionen zeigt.

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Hysterie und Konversionsstörung

Es kann nicht um die Frage gehen, ob oder ob man nicht reagieren soll, sondern einzig um das WIE. So hat sich für die Betroffenen gezeigt, dass sich ein hektischer, emotionaler, ängstlicher oder gar panischer Umgang mit den Anfällen verstärkend auswirkt. Ein ruhiger und zugewandter Umgang dagegen wirkt sich nicht nur für den Betroffenen helfend an, sondern mildernd und ist nicht nur für die Psyche, sondern auch für den Körper (Verletzungsgefahr) schützend.

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Hysterie historisch betrachtet

Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff „histrionisch“ (ableitend von theatralisch, schauspielerisch)  anstelle von hysterisch für die Persönlichkeitsstörung verwendet. Damit bemühte man sich, die negative Konnotation herauszunehmen, was jedoch misslang. Auch die späteren Um- und Neubenennungen in Konversionsneurose, Konversionsstörung, und Somatisierungsstörung konnten nichts daran ändern, dass das klassische Bild der Hysterie sowohl in Fachkreisen als auch in der gesellschaftlichen Betrachtung prägend war.

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