Zerstörungswut

Um auf die eigentliche Zerstörung zu kommen, muss ich kurz schildern, was im Vorfeld geschah. Dies ist wichtig, damit der Leser die Zusammenhänge erkennt.

Mitte September 2021 habe ich einen kritischen Artikel über die Trauma- und DIS-Expertin Michaela Huber geschrieben, weil ich damit konfrontiert wurde, dass sie in Zeiten der Corona-Pandemie Verhaltensweisen an den Tag legt, die für mich einen Vertrauensverlust bedeuten.

Parallel zur Veröffentlichung meines Artikels über Michaela Huber hatte ich zu dieser Zeit bereits mit den Seiten rituell-satanisch-skeptisch begonnen. Aus Recherchegründen trat ich einer Facebook Gruppe bei, in der es um das Thema rituellen Missbrauch ging.

Dort fragte ich in einem Beitrag, ob mir die Opfer des rituellen Missbrauchs privat mitteilen wollen, wie sie das Wirken und die Aussagen der Skeptiker zu dieser Thematik empfinden. Mein Ziel war, eine Brücke der Annäherung zwischen den Streitparteien – Traumatherapeuten und GWUP – zu schaffen, damit Missbrauchs Opfer – und damit meine ich alle Missbrauchsopfer – zur Ruhe kommen und nicht mehr Gegenstand eben dieser Streitigkeiten sind bzw irgendwelche Folgen tragen müssen.

In der Nacht, nachdem ich mich in der besagten Gruppe mit den Opfern des rituellen Missbrauchs befasst hatte, bekam ich Text- und Sprachnachrichten, in denen ich vernichtend angriffen, beleidigt und bedroht wurde. Mir wurde mit einem Mal bewusst, wie sehr ich den mutmaßlichen Tätern in die Hände spielte, als ich mich kritisch über Michaela Huber geäußert hatte, die ja auch in laufenden Gerichtsverfahren als Trauma-Expertin (meist) zu Gunsten der Opfer aussagt, wenn es um sexuellen Missbrauch geht.

Man habe sich über den kritischen Huber Artikel gefreut, weil endlich mal jemand den Mund aufmacht,” so wurde mir mitgeteilt.

“Doch nun sieht man, wie verlogen ich sei. Mal für die GWUP, mal gegen sie,” so hieß es weiter.

Mein Versuch, eine Brücke zwischen Skeptiker und Traumaexpertin zu schlagen, wurde also falsch aufgefasst. Man erwartete eine klare Positionierung von mir, und wenn ich dazu nicht bereit war, schien man davon auszugehen, ich wäre ein Michaela Huber Fan, so die wörtliche Bezeichnung.

Dann folgte eine Aussage, die mir vermittelte, dass sich in der Gruppe über sexuellen Missbrauch scheinbar ein mutmaßlicher Täter befand, der mein Vorgehen als persönlichen Angriff empfand.

Ich zitiere wörtlich:

Hoffe falls du Kinder hast, nie beschuldigst wirst, dein Kind sexuell missbraucht zu haben. Weil geht er damit zu Huber und Eva Lauer von Lüpke , kommt das hier beraus : https://openjur.de/u/2347639.html

Privatnachricht auf FB an mich

All das war zwar verstörend für mich, doch längst nicht vernichtend. Die Beleidigungen und die anschließende Drohung folgten auf dem Fuße. Da die letzten vier Nachrichten als Audio an mich gerichtet wurden, werde ich sie hier transkribiert einfügen.

Ich habe die transkribierten Nachrichten als Foto eingefügt, damit die Beschimpfungen nicht von Google gefunden werden.
  • [2] Name Lxxx zum Schutze des Opfers unkenntlich gemacht
  • [3] Name ExxTxxxxAxxxxxxx zum Schutze des Opfers unkenntlich gemacht
  • [4] mein Wohnort mit xxx unkenntlich gemacht

Ansonsten wurden die Nachrichten 1:1 transkribiert.

Nach Erhalt der letzten Nachricht habe ich die Person blockiert.

Als ich diese Nachrichten bekam, wusste ich nur wenig damit anzufangen. Ich spürte zwar den enormen Hass – auch auf Grund der Stimmlage in den Audionachrichten – aber das meiste konnte ich inhaltlich nicht zuordnen. So wusste ich zum Beispiel derzeit nicht einmal, wer besagte Lxxx bzw. ExxTxxxxAxxxxxxx ist. Ich stehe mit keinem DIS-Betroffenen in einem persönlichen oder gar freundschaftlichen Kontakt. Erst gestern stieß ich auf Grund einiger Recherchearbeiten auf Lxxxs Blog und Videokanal.

Nora empfahl mir, die Person, die mich beleidigte und bedrohte, anzuzeigen. Davon möchte ich jedoch absehen. Vor allem, weil ich auf Grund weiterführender Recherchearbeiten heraus fand, um wen und um was für eine Problematik es hier aller Wahrscheinlichkeit geht. An Stelle einer Anzeige möchte ich mich an die Streitparteien richten.

An alle involvierten Parteien:

Die einander entgegenstehenden Meinungen zu diesem Thema –satanisch-ritueller Missbrauch sind schon lange keine Aufklärungsarbeit mehr. Erst recht ist es kein Opferschutz!

Was keinem bewusst zu sein scheint:

Es geht hier nicht “nur” darum, zu beweisen, ob es den satanisch-rituellen Missbrauch gibt oder nicht gibt. Es geht um die Glaubwürdigkeit ALLER Opfer.

Der Kreis der Betroffenen, die von sich sagen, satanisch-rituell missbraucht worden zu sein, ist – ich sag es mal ganz salopp – sehr klein. Die Zahl derer aber, die Missbrauch insgesamt erlebt haben, geht pro Jahr(!) in den Fünfstelligen Bereich!

Anzahl der polizeilich erfassten Kinder, die Opfer von sexuellem Missbrauch wurden, von 2010 bis 2021

Alle diese Betroffenen werden in Mitleidenschaft gezogen. Und ich meine wirklich ALLE!

Ich sehe und erkenne durchaus die Notwendigkeit, zu erforschen, ob es den satanisch-rituellen Missbrauch gibt oder nicht. Immerhin stehen auf der anderen Seite auch zahlreiche Menschen, die ggf. zu Unrecht beschuldigt werden. Auch hier werden – wenn sie denn unschuldig sind – Leben brutal zerstört. Wichtig ist in Folge auch die Aufklärungsarbeit diesbezüglich.

Diese emotional aufgeladene Schlammschlacht aber, die auf fast allen Seiten geführt wird, trägt dazu bei, dass alle Opfer des sexuellen Missbrauchs in Mitleidenschaft gezogen werden. ZU sehr rückt die Glaubwürdigkeit der Opfer in den Focus. ZU massiv wird Rechthaberei betrieben, anstatt dass eine allseits sachliche und vernünftige Aufklärungsarbeit geleistet wird.

Beweisen wird hier ohnehin keiner irgend etwas. Wir – egal wer – können zwar insgesamt aufklären, können skeptisch sein, können Kritik äußern und Indizien vorlegen, aber beweisen, ob es den satanisch-rituellen Missbrauch gibt oder nicht gibt, können – wenn überhaupt – einzig die Justiz und die Gerichte!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.