Nora und ich sind Teil einer Verschwörung

Ich werde auf dieser Seite meine momentane Situation schildern.

Am Ende der Seite folgt eine Audio-Nachricht von Nora. In dieser schildert sie ihre Sichtweise.

Wenn nun jemand glaubt, dass meine Erkenntnisse leicht sind, dann irrt er. Ich stehe vor der Tatsache, dass ich anscheinend alles hinterfragen muss, woran ich bisher geglaubt habe, wofür ich mich eingesetzt und was ich verteidigte habe.

So endlos viele Stunden, Tage, Wochen, ja, Monate haben Nora und ich recherchiert. Auch wenn uns so einiges von dem, was die Skeptiker taten und sagten, überzeugte, war der Opferschutz für uns doch elementar wichtig.

… und unantastbar.

Das Video mit dem Psychiater Frank Urbaniok wurde mir, was ich heute früh sah, bereits vor vielen Wochen von Herr Harder – Mitglied der GWUP – zugespielt. Ich habe es damals ausgeblendet.

Ich blendete es aus, weil ich nicht bereit war, Quellen nachzugehen, die von den Kritikern während einer Debatte auf Facebook gepostet werden. Der Grund stand auf einer meiner Seiten, die ich vorgestern offline nahm.

Auszug aus “Diskurs mit Opfern”. Seite ist inzwischen offline.
Was ich hier schreibe, ist auch eine kleine Info an die Skeptiker. Ich glaube nach wie vor, dass sie mit dem harschen Vorgehen und den teils sehr unschönen Diskussionsarten in den sozialen Medien mehr ruinieren als (Glaubwürdigkeit) gewinnen. Aber es geht mir heute nicht um die Skeptiker, es geht um mich.

Ich erinnere mich an den Moment, als ich während der Coronazeit das erste Mal auf die Verschwörung Q Anon stieß. Ich fand es so albern! Ich dachte damals: Wie naiv und dumm muss man sein, um an so etwas zu glauben?

Nun stelle ich fest: Ich bin naiv und dumm!

Obwohl: Ich habe ja nicht wirklich daran geglaubt, dass es satanische Kulte gibt. Ich glaubte nur daran, dass die Opfer unter dem Deckmantel Satanismus etwas erlebten, was ihnen das Gefühl gab und gibt, satanisch missbraucht worden zu sein. Aber macht es das nun besser?

In meinem Zwitcherbereich schrieb ich heute Nacht:

Das ist es, was mich im Moment quält. Ich habe mitgeholfen, diese Verschwörung zu verbreiten und zu verfestigen.

Ich bin heute Nacht mal all die Seiten durch gegangen, die ich vor Monaten zum Thema “satanisch-panisch” online gestellt hatte. Und ich stelle fest, dass nicht mehr viel übrig bleibt, was ich noch mal online stellen kann. Höchstens die Seite “Was ist Skeptizismus?”. Ich glaube, diese Seite zählt heute mehr denn je.

Noch eine Frage beginnt mich zu quälen:

Wie kommuniziert man nun mit Opfern und Betroffenen, die überzeugt sind, satanisch missbraucht worden zu sein? Genau das ist doch der Punkt, den ich monatelang bei den Recherchen vor Augen hatte. Die Frage, wie sich Opfer fühlen müssen, wenn man ihnen all ihre Erinnerungen abspricht! So etwas ist demontierend! Es ist im Grunde die umgekehrte kafkaeske Wendung! Egal, was sie sagen, man wird behaupten, ihre Erinnerungen seien Teil einer Verschwörung. Sie können nicht mehr glaubwürdig sein.

Es gibt keine Chance, mit den Opfern darüber zu reden, ohne sie zu verletzen!

Wenn ein Mensch in seinen Erinnerungen nicht mehr ernst genommen wird, dann beginnt sich sein Selbst-Bewusstsein aufzulösen. Damit kann man Menschen zerstören!

Und das ist es ja auch, was mir gestern so derart nahe ging, als ich mir die Sendung auf YouTube Jetzt reden die Opfer anschaute. Die Menschen, die sich da äußerten, wurden jahrelang zerstört.

Wie geht man mit diesem sensiblen Thema um? Wie kann man etwas formulieren, ohne jemandem zu nahe zu treten? Sollte ich das Thema einfach nur zur Seite legen? Nein, das kann ich wohl nicht. Gerade auch, weil die Dissoziative Identitätsstörung, an der auch ich leide, so sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Das ist es wohl gewesen, was Monika Kreusel (Betreiberin der Webseite Blumenwiesen) dazu animierte, bei den Skeptiker mitzumachen. Zumindest sagte sie sehr oft, dass es ihr wichtig ist, das Krankheitsbild von der Verschwörung loszukoppeln.

Doch selbst das könnte ich nicht. Ich kann mich weder zu den Opfern stellen, noch zu den Skeptikern.

Es gab mal Zeiten, da wollte ich die Skeptiker und die Opfer an einen Tisch holen. Schon nach kurzer Zeit der Recherche kam mir das ziemlich lächerlich vor. ZU kontrovers, ZU emotional, ZU sensibel sind die Standpunkte. Und viel zu weit auseinanderliegend!

Wo stehe ich gerade? In der Mitte? Nein! In der Mitte stand ich bisher.

Jetzt stehe ich mitten im Treibsand!

Ich denke, darum ist es wichtig, erst einmal nur an mich zu denken

und zu überlegen, wie ich da wieder heraus komme!

Ich habe natürlich auch Nora gefragt, was es mit ihr macht, Teil einer Verschwörung zu sein.

Als Audio ihre Nachricht bzw. Antwort.

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