Wirre Gedanken

In den letzten Wochen war ich im realen Leben sehr eingespannt. Es ist so unfassbar viel passiert und mir bleibt wenig Zeit zum schreiben. Selbst wenn die Zeit da ist, so bin ich nicht immer in der Position, schreiben zu können und zu wollen.

Mir ist auch viel bewusst geworden. Doch immer, wenn ich darüber schreiben möchte, entsteht Leere und Müdigkeit. Es ist eine bleierne Müdigkeit und ich habe Mühe, nicht die in die Bewusstlosigkeit hinein zu gleiten.

Während ich also meine freie Zeit im Internet mit Lesen verbringe, fällt mir auf, dass ich den Wunsch habe, Small Talk zu führen. Warum liegt mir das nicht? Keiner meiner Schreiberlinge ist fähig Small Talk zu führen, dabei ist es doch genau das, was Menschen tun, um Kontakte zu knüpfen.

Es ist zum Haare raufen!

Immer müssen es schwere, tiefgreifende Themen sein. Am besten noch Themen, für die man wochenlang recherchieren muss. Einfach drauf los schreiben, ist scheinbar schwieriger, als eine Sekundäranalyse auszuarbeiten.

Ich möchte all das hier in die Ecke werfen. Das bin nicht ich. Ich sehe mich nicht. Diese Seite scheint mir gar nicht zu gehören, es ist sehr surreal. Dabei habe ich beim Aufbau jederzeit mit gewirkt.   

Wie nur soll ich es beschreiben, ohne, wie ein Clown zu wirken. Die letzten Wochen/Monate  haben mir sehr deutlich gezeigt, wie gespalten ich doch noch immer bin. Was soll ich über „mich“ schreiben, wenn ich (es ist so altvertraut) verstärkt darauf bedacht bin, mich aus meinem Bewusstsein zu verbannen, weil es nicht zu mir gehört.

Ich dachte, ich hab es fast geschafft. Ich dachte, das Schlimmste liegt hinter mir und ich hab die Kontrolle.

Nein!

Ich denke nur, dass ich die Kontrolle habe, solange ich mein Steppenwolf-Dasein lebe.

Ich habe gar nichts unter Kontrolle. Nicht die Energien, die verbraucht werden, nicht die Aktionen, nicht die Gedanken, nicht die Wechsel, gar nichts.

Und das nach 30 Jahren Therapie!

Ich bin müde.

Ich möchte niemals mehr mithelfen müssen, über schwere Themen zu berichten, ich möchte Small Talk üben. Ich möchte lachen und die Leichtigkeit der Oberflächlichkeit spüren dürfen.  

Doch das geht nicht.

Trete ich mit Menschen in Beziehung, beginnen die Verzerrungen, auf die ich keinen Einfluss habe. Noch immer nicht. Nach 30 Jahren noch immer nicht.

Bin ich wirklich GERNE alleine?

Ich hab es immer und jedem erzählt. Einsamkeit kenne ich nicht. Ich bin mein bester Gesellschafter.

Wirklich?

Was passiert, wenn ich Beziehungen eingehe, die über flüchtige Begegnungen hinaus gehen?

Freundschaften, Bekanntschaften, Bindungen aller Arten?

Ich bin so unendlich müde.

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