Zielwechsel

Ich werde heute – gleich nachher – diesen Absatz auf der Seite Über mich entfernen.

Worum geht es mir?

Es macht mir Freude, dich zu informieren und mich mit dir zu verständigen. Ich möchte für dich etwas tun, dich ein ganz klein wenig bereichern, Dir vielleicht auch eine neue Sichtweise ermöglichen, – sei sie auch noch so gering. Und ich möchte von DIR lernen. Ich möchte gerne deine Geschichte lesen und verstehen, was du erlebt hast.  Ich habe mich vor der Eröffnung dieser Webseite sehr lange damit befasst, warum ich sie überhaupt eröffnen und online stellen möchte. Was ist mein Ziel? Eigentlich ganz einfach: Mein Ziel ist der verbale und nonverbale Dialog mit dir!

Ich weiß nicht, auf welchen Trip ich war, als ich das geschrieben habe. Wahrscheinlich hab ich es tatsächlich so gemeint. In mir ist durchaus eine soziale Ader, die mich regelmäßig dazu bringt, für andere da zu sein, hier aber bin ich wohl (wieder einmal) übers Ziel hinaus geschossen.

Ja, ich bin desillusioniert.

Was habe ich eigentlich erwartet, als ich vor ca einem Jahr damit begann, mich in der sogenannten DIS-Szene und im Internet allgemein umzuschauen? Ich meine… was habe ich von MIR erwartet? Bin ich ein Voyeur? So zumindest fühle ich mich inzwischen.

Ich glaube, ich weiß heute wieder, wieso ich vor ca 15 Jahren, nachdem ich mich einige Wochen in DIS-Kreisen bewegte, entschlossen habe, meinen Weg alleine weiter zu gehen. Es ist, als hätte es diese 15 Jahre gar nicht gegeben. Heute wie damals scheine ich in einem Theater zu sitzen und Rollenskripte zu verfolgen.

  • Da sind die durchgeknallten, Eso-angehauchten Tulpas, die es schick finden, als Host, wie sie sich selbst nennen, ihre eigenen – neuen – Identitäten zu schaffen, mein kleines Pony nachzuspielen und dafür das Vokabular der Dissoziations-Fachwelt zu kopieren.
  • Dann sind da all die Tik-Tok und YouTube-Selbstdarsteller, die in breiter Öffentlichkeit ihre Alter Egos sprechen lassen, welche sich scheinbar nur darin unterscheiden, die Mundwinkel nach oben oder nach unten zu verziehen und die Stimme zu verstellen. (meistens ablesend)
  • Dann wird der sagenumwobene Michaela-Huber-Skript aus dem Jahre 1995 als das eigene Naturell und Leben in die Welt hinaus posaunt, wo ich das Gefühl bekomme, ich werde zum Sex eingeladen (intimer gehts kaum).
  • Nebenbei finden noch Schlammschlachten mit einem überaus komisch tickenden Christen statt, der auf der krampfhaften Suche nach der Existenz von Dämonen ist, die DIS Betroffene wohl alle in sich tragen. 😮
  • Eine DIS Betroffene macht Filme, um sich über die YouTube-Videos anderer zu äußern, alles haarklein zu sezieren und zu beurteilen, anstatt, dass beide ganz einfach nur telefonieren.

Die Aufzählung könnte ich nun stundenlang fortführen…

Ich glaube, ich bin sehr blauäugig, wenn ich denke, dass irgendwer im breiten Internet auch nur im Hauch Interesse daran hat, sich mit anderen über unterschiedliche Betrachtungen auszutauschen und sich – wie ich es auch oft tue – weiter zu entwickeln. So wurde das Internet genutzt, als es noch keine sozialen Netzwerke gab, aber das ist längst Geschichte! Heute muss man entweder voyeuristisch oder exhibitionistisch sein, um “mit reden” zu können!

Na ich werde den Teufel tun, (ups = Teufel 😮 ) und werde mich – ganz nach dem Moto: Kennste einen, kennste alle – vereinheitlichen lassen. Fein abgeschmeckt mit Maggi, ach nein, nur mit einer gehörigen Portion filmischer und literarischer Vorgaben.

Haben die Skeptiker noch einen Platz für mich frei?

Nein! Nicht ernst gemeint! :-/

Inzwischen ist mir bewusst geworden, wieso ich zöger(t)e, unter dem Seiten-Reiter Dissoziationen meine eigenen Erfahrungen, mein persönliches Wissen, mein Erleben und mein Verständnis bzw. meine Auslegung von DIS kund zu tun.

Auf der gesamten Webseite finden sich lange Artikel, die von mir persönlich verfasst wurden. Stellenweise half Nora mit. Warum ist der Dissoziations-Reiter so mager?

Ich glaube, ich weiß es. Ich glaub, es hat den selben Grund, wieso ich auch mein Persönliches Erleben mit Passwörtern versehe.

Ich möchte mich und Meins hier im Internet nicht gespiegelt sehen.

Mit was für einem Selbstverständnis die Leute sich hier im Internet gegenseitig kopieren, sich imitieren, das Leben / Sein anderer inszenieren, sich zu übertreffen versuchen, nach Likes hechten und ein Studium bei Mister Google absolvieren, um aufzuklären….

Hoppla!

Ich meine natürlich, um ihre MichaelaHuberSkripte zu verbreiten.

Oder auch, um neu-moderne Wortschöpfungen aus den Staaten wetteifernd zu verinnerlichen, die sie dann umfangreich der Welt erklären. Der (Wort-)Schöpfer freut sich natürlich, immerhin hat der sich viel Mühe gegeben, irgendwelche Bücher zu veröffentlichen, in denen er die Normalität pathologisiert, um in Folge riesige Heil-Konzepte konstruieren zu können… (irgendwie muss das Geld ja in die Tasche kommen)!

Ja, ich bin desillusioniert, müde und teilweise angeekelt. Ich muss nach diesem Jahr, in dem ich mich mit offenen Augen umgeschaut habe, anfangen, einen komplett neuen Algorithmus aufzubauen. Egal, welche Seite ich aufschlage: Mir werden entweder die Skeptiker oder die DIS Betroffenen selbstdarstellerisch präsentiert. Zwischendurch ein bisschen Krieg, ein bisschen Corona, ach, und dann ist da ja irgendwo auch noch eine Michaela Huber,

… ich bin satt!

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