Toxische Beziehungen


Jeden kann es treffen. Doch am meisten sind all die gefährdet, die in ihrer Kindheit um die Liebe ihrer Eltern kämpfen mussten. Denn sie sind empfänglich für das sogenannte Zuckerbrot und Peitsche – Prinzip.

Trauma-Bonding!

Wenn man sich von einem Menschen die Liebe wünscht, stattdessen aber emotionale und vielleicht sogar physische Gewalt erfährt, ist man ausgehungert. Wenn dann der Missbraucher einen Brocken Liebe hinwirft – meistens in Momenten, wo das Opfer die Kraft findet, auszusteigen – dann passiert ein Prozess, dem die meisten Betroffenen ohnmächtig und hilflos ausgesetzt sind.

Ich zitiere aus einem Artikel mit dem Titel: Trauma-Bindung!

Oxytocin, Serotonin, Dopamin, Cortisol und Adrenalin sind allesamt extrem starke Hormone, die ein Netz um die Missbrauchs-/Mißbrauchsbeziehung weben.

Quelle: Trauma-Bindung: Wie Schmerz die Liebe vertieft!

Dieser Tanz der Hormone sorgt dafür, dass bei entsprechenden Liebes-Brocken, die dem Opfer nach einer Hunger-Odyssee zugeworfen werden,  eine nur schwer zu bewältigende Sucht entsteht. Man spricht hier auch von einer Konditionierung. Mediziner nennen es: „intermittierende Verstärkung“

Sich bewusst zu machen, dass es nicht nur eine Frage des psychischen Erlebens ist, sondern ein Cocktail aus chemischen Prozessen in unserem Gehirn, ist elementar, wenn es um den Ausstieg geht.

Zu vergleichen mit der Abhängigkeit von Substanzen, wie u.a. beim Rauchen.

Wenn man nicht weiß, in wie weit man im Laufe der Jahre konditioniert wurde und welche Prozesse im Gehirn ablaufen, ist es schwer, aus dem Sucht-Kreislauf heraus zu kommen. Opfer drehen sich im Kreis, wie ein Hamster in seinem Hamsterrad.

Persönliche Anmerkung:

Ich selbst war 30 Jahre starke Raucherin. Sämtliche Versuche, aufzuhören, schlugen fehl. Selbst nach der Diagnose COPD gelang es mir nicht, den Kreislauf zu durchbrechen, da ich nicht wusste, was genau beim Entzug vor sich geht.

Bis zu dem Tag im Jahre 2017, als ich das Video von Dr. Stefan Frädrich mit dem Titel: Nichtraucher in 90 Minuten sah.
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5

Er ist kein Motivator, der die Menschen mit *Tschakka, du schaffst das!* aufzuputschen und ans Ziel zu bringen versucht.  Als Mediziner erklärt er stattdessen sämtliche Zusammenhänge, die zum Rauchen führen, die das Rauchen verstärken, die zur psychischen und körperlichen Abhängigkeit beitragen, – und er erklärt, wie man eine Entwöhnung und Entkoppelung  erzielt, um aus dem Kreislauf der Sucht heraus zu kommen.  

Nach diesem Video warf ich die Zigaretten weg und habe sie nie wieder angefasst.
Und das Beste:
Ich hatte niemals auch nur die allergeringsten Entzugserscheinungen!  
Ansätze der Entzugserscheinungen wurden durch mein Wissen im Keim erstickt.  

Diese persönliche Anekdote stelle ich hier ein, weil es bei der Beziehungsabhängigkeit ganz genauso abläuft. Ein Opfer muss sich mit alledem befassen, was zur Abhängigkeit führte, was sie verstärkte und was passiert, wenn man einen Ausweg sucht.

Aber ich möchte mit dem Artikel hier nicht nur die Opfer ansprechen, sondern auch die Angehörigen. Ich selbst kenne in meinem nahen Umfeld zwei mir nahestehende Menschen, die betroffen sind. Es ist für Angehörige/Freunde/Bekannte nicht leicht, zu verstehen, warum sich das Opfer nicht trennt.

Wenn auch du in deinem Umfeld Opfer hast, die sich in einer toxischen Beziehung befinden oder einen Ausweg suchen, setze sie nicht unter Druck. In dem Moment, wo man den Erwartungsdruck erhöht, ist es sehr wahrscheinlich, dass genau dasselbe wie bei einer selbst auferlegten Hunger-Diät passiert. Viele kennen es: Um so mehr man es sich verbietet, umso größer wird der Hunger, auch wenn der Körper an sich genug Nahrung aufgenommen hat, um nicht hungern zu müssen.

Die Betroffenen über das aufzuklären, was in ihrem Körper passiert, ist ein effektiver Weg, um dem Opfer zu helfen. Es ist wichtig, dass die Suchteffekte gedeutet werden können, damit der Kreislauf der Sucht gestoppt werden kann.

In Folge stelle ich hier im Anschluss aufklärende Links ein, mit denen auch ihr – die Angehörigen – euch Wissen aneignet. Denn dieses Wissen ist auch für euch wichtig, damit ihr wisst,  warum Eure Lieben diese qualvolle Tortur erleben, und wieso sie sich aus eigener Kraft nur selten befreien können.

LinkseiteInhalt
Operante Konditionierung – BegriffserklärungAuf der Seite wird erklärt, was eine operante Konditionierung ist. Mediziner nennen es auch: Intermittierende Verstärkung
Toxische BeziehungAuf der Seite wird erklärt, was toxische Beziehungen bedeuten. Wer ist gefährdet, wie gestaltet sich eine solche Beziehung, was kann zum Ausweg beitragen.
Trauma-Bindung: Wie Schmerz die Liebe vertieftHier wird erklärt, wie es Narzisstische Menschen schaffen, ihren Partner abhängig zu machen. (englisch) Zur Sprache kommen die Wirkung des “Zuckerbrot-Peitsche Prinzips”, so auch die chemischen Prozesse im Gehirn.
Trauma – Bonding Inhaltlich ähnlich aufgebaut, wie der vorige (englische) Artikel. Hier nun eine gute Beschreibung auf deutsch.
Wissenswertes für Gewaltopfer (auch psychische Gewalt) In einer toxischen Beziehung geschieht das selbe, was man auch beim Stockholm Syndrom fest stellen kann. Hier wird beschrieben, wieso das Opfer eine Art „Beziehung“ zum Täter aufbaut, und damit versucht die bedrohliche(n) Situation(en) zu überleben.
Trauma-Bonding erklärt von Sandra NorakSandra Norak geht speziell auf Traumabonding in Verbindung mit Prostitution und Menschenhandel ein. In dem Zusammenhang erklärt auch sie, wieso eine Trauma-Bindung eine psychologische Reaktion auf Missbrauch ist.

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