Michaela Huber & Corona

Kennt das jemand?

Man vertraut einem Menschen aus unterschiedlichen Gründen, und auf einmal fällt der Schleier. Nicht nur, dass sich das Vertrauen in Luft auflöst, auch fügt sich plötzlich ein bis dahin scheinbar unlösbares Puzzle nahtlos zusammen. Genauso geht es mir gerade jetzt die Tage mit der Trauma- und Dissoziations-Expertin Michaela Huber.

Ich kann noch nicht einmal behaupten, dass mich Frau Huber enttäuscht. Viel mehr erlebe ich eine Enttäuschung auf Grund meines eigenen Tunnelblicks. Seit langem gibt es Aufzeichnungen, die den Eindruck vermitteln, dass die Expertin eigene Mutmaßungen als “fachliches Lehrmaterial” anbietet. Doch das sind (Fach-) Themen, auf die ich später weiter eingehen werde. Hier und jetzt geht es mir um den Weg, den Frau Huber durch Corona eingeschlagen hat.

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Es ist nun einige Tage her, dass ich ihr Statement in Facebook las. Mir fiel sogleich der Ton auf, den ich als sehr befremdlich empfand, weil er nicht zu dem Bild passte, was ich persönlich von Frau Huber in mir trage. Er klang arrogant, gar patzig und teilweise sogar kindlich. Von Souveränität keine Spur.
   
Letztendlich aber habe ich diesen Beitrag weggeklickt, da ich ihn kognitiv nicht einordnen konnte.

Einige Tage später stieß ich auf denselben Beitrag auf Instagram. Dort fand ich dann auch Antworten von einer DIS Betroffenen, die sich mit einer resoluten Kritik an Frau Huber richtete. Interessant finde ich heute im Nachhinein, dass die kognitive Dissonanz in mir so dominant war, dass ich ohne Recherche davon ausging, die Betroffene sei durch irgendwas getriggert worden und reagiere nun unangemessen und mit falschen Zuweisungen. Ich habe also das Fehlverhalten bei der DIS Betroffenen gesucht, anstatt ihre Aussagen zu überprüfen. Doch das hielt zum Glück nicht lange an. Die Ungereimtheiten, die ich im Laufe der Jahre abgespeichert hatte, drangen plötzlich nach oben und mein Bedürfnis, Frau Huber in ihrer Gesamtheit zu betrachten, setzte sich durch.

Ich fing an zu recherchieren, vor allem (erst einmal) auf Twitter. Was ich zu Gesicht bekam, erschütterte mich. Immer wieder schaute ich nach, ob ich tatsächlich auf Frau Hubers Seite war. Ich zog es sogar in Erwägung, dass sich jemand einen Fakeaccount mit ihren Daten und Fotos anlegte, um ihr Schaden zuzufügen, wie es kürzlich Nina Hagen passierte. Diesen Gedanken hatten wohl auch andere Nutzer, was Ihr Statement erklärte, in dem es hieß: >>“Natürlich gehört diese Facebookseite und auch das dazu gehörige Profil mir.”<< Nun konnte ich die Zeilen kognitiv zuordnen, was das Verstehen aber leider nicht unbedingt vereinfachte.

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Es widerstrebt mir gerade jetzt in diesem Moment, über Frau Huber zu reden. Diese Angelegenheit hat mich auf einer Ebene berührt, die es schwer macht, mich rein journalistisch zu positionieren. Ich bin auch dankbar, dass ich Hilfe bei der Recherche von Nora bekam. Hätte ich dem alleine gegenüber gestanden, hätte es mich in der Gesamtheit überflutet.

Ich möchte mich hier in einer “Briefform” äußern. Zwar öffentlich, doch auch mit einer ganz persönlichen “Note”, denn es betrifft mich persönlich. Ich hoffe, Frau Huber weiß dies zu schätzen und einzuordnen, obwohl ich doch eher damit rechne, dass ich die Nächste sein werde, die sie blockieren wird.

Werte Frau Huber,

Kritik, die an Sie gerichtet wird, setzen Sie mit linker Hetze gleich. Auch fühlen Sie sich als Covidiot beschimpft, wenn Sie – laut eigener Aussage – auf Fakten aufmerksam machen. Siehe: HIER! Diese Form von Abwehr sieht man sehr oft, wenn es um Kritik geht. Bei einer Therapeutin aber hätte ich mir mehr Reflektion gewünscht.

Seien Sie sich bitte sicher, ich gehöre weder zu dem linken, noch zu dem rechten Spektrum. Ich bin “nur” eine Dissoziations-Betroffene mit ein bisschen Ahnung vom Fach.

Es ist Ihr gutes Recht, mit den Maßnahmen der Regierung unzufrieden zu sein. Ich finde auch, dass die bzw. Ihre einzelnen Beiträge für sich gesehen, kein Problem darstellen. Es geht (mir!) noch nicht einmal darum, dass Sie in den sozialen Medien fast allen bekannten Querdenkern folgen. Ja, ich verstehe das. Man möchte sich ja schließlich ein umfangreiches und ganzheitliches Bild machen, oder?

Personen/Parteien/Organisationen, denen Sie folgen, sind:

  • Wolfgang Wodarg
  • Corona-Ausschuss
  • dieBasis
  • Wir2020_offiziell
  • Michael Ballweg
  • Klagepaten
  • Stefan Homburg
  • Boris Reitschuster…

Das sind jetzt nur einige von denen, die ich als extrem einseitig empfinde. Trotzdem könnte ich Sie, Frau Huber, auf Grund dessen keinem speziellen “Meinungslager” zuordnen. Es sei denn…

… der Gegenpart fehlt, um sich auch wirklich ein ganzheitliches Bild machen zu können. Zum Beispiel: Volksverpetzer, Mimikama und all die anderen, die das Gegenteil von dem postulieren, was die soeben angeführten Personen/Parteien verbreiten… Denen folgen Sie nämlich nicht.

Genauso verhält es sich bei den Virologen:

Prof. Hendrik Streeck folgen Sie, – Prof. Christian Drosten und Professorin Melanie Brinkmann aber folgen Sie nicht. Im Gegenteil. Über Professor Drosten sagen Sie sogar, dass er sich selbst als Psychologe der Nation geriert. Siehe hier

Ich behaupte einfach mal, dass Sie klug genug sind, um sich der Gefahr der Algorithmen bewusst zu sein. Also kann man noch nicht mal mutmaßen, dass Sie sich in irgendeiner Blase befinden, von der Sie nichts mitbekommen. Das bedeutet aber auch, dass sie ganz genau wissen, was Sie posten, warum Sie es posten, wieso Sie nur bestimmten Leuten folgen, und wieso Sie sich mit vielen Aufrufen bemühen, die Gesellschaft gegen die Maßnahmen der Coronapandemie aufzuwiegeln. Umso schlimmer, dass Sie jede Form von Rückmeldung oder auch Nachfrage heftig abwürgen, egal, von wem sie kommt.

Im März 2021 meinten Sie auf Twitter:

Sie stimmen dem zu? Sie betrachten alle(!), die Kritik an Sie richten, als Hans und Franz?

Frau Huber, es sind kompetente Fachleute, wie unter anderem der Kinderpsychiater Dierssen, (siehe HIER) die Ihre Aussagen hinterfragen. Es sind auch andere Therapeuten, (siehe HIER) die es nicht fassen können, was sie propagieren. Alle diese/Ihre “Kollegen” betrachten Sie als Hans und Franz, wenn sie Kritik üben?

Ich denke, wir sind uns einig, dass das wenig über die Kritiker aussagt, aber eine ganze Menge über Sie. (?)

Was ich jedoch am Schlimmsten finde, ist, dass Sie allem Anschein nach Traumapatienten “benutzen”, um ihre eigenen Befindlichkeiten durchzusetzen? Ich stelle das hier mal als Frage in den Raum, da ich zu Ihren Gunsten annehme, dass das nicht wirklich Ihre Absicht ist. (?)

Sehr geehrte Frau Michaela Huber,

ich verstehe durchaus, dass Sie allergisch auf etwas reagieren, was seitens der Regierung nach Angstmache klingt und sicherlich auch vielen Menschen Angst macht. Sie haben in Ihrer Praxis so viele Trauma- und Angstpatienten gehabt, dass Sie hier verständlicherweise sensibilisiert sind. Ich hätte es sogar zu schätzen gewusst, wie sehr Sie sich (scheinbar?) für Menschen mit Traumafolgestörungen einsetzen. Vor allem, wenn es um die Maskenpflicht geht. Siehe: “Maskenpflicht im Kontext von Psychotherapie”

Man muss sich aber die Frage stellen, ob es Ihnen tatsächlich um die Belange der Traumapatienten oder doch eher um die eigenen Belange geht, wenn man das Folgende zu Gesicht bekommt:

Wahrscheinlich werden Sie nun sagen, dass für Sie beides zutrifft. Darf ich Sie fragen, wie sie unter den Bedingungen noch objektiv und fachlich souverän sein können? Sie vermischen hier fleißig subjektive Befindlichkeiten und Berufliches, und wundern sich, dass es Kritik hagelt? Sie posten seit Oktober 2020 maßnahmenfeindliche Statements, – wohlwissend, dass sich unter Ihren Followern extrem viele Traumaopfer befinden, und das vereinbart sich mit ihrer moralischen Verantwortung? Sie reden zwischenzeitlich von einem Hygienekrieg, von Zwangsmaßnahmen, Sie suggerieren eine drohende Diktatur und rufen in unterschiedlicher Manier zum Widerstand auf. Das ist für Sie vereinbar mit der Angstreduzierung, die Sie sich für die Traumaopfer wünschen?

Ich musste doch zugegebenermaßen etwas schlucken, als ich diesen Tweet hier las:

Verstehe ich das richtig, Frau Huber, dass COVID19 für Sie lediglich aus einer “normalen” Lungenentzündung besteht? Sie möchten, um es mal klar zu benennen, keinerlei Maßnahmen, – weder Lockdowns, noch Maskenpflicht und erst recht keine Impfungen? Sie möchten stattdessen mit dem Virus leben, wie es jahrtausendelang unsere Vorfahren taten? Siehe: Hier

Sie möchten also all die Errungenschaften des letzten Jahrhunderts über Bord werfen und mindestens das Zehnfache an Toten in Kauf nehmen? Was, wenn sich unter den Toten massig Traumaopfer befinden? Ist das dann der sogenannte Kollateralschaden? Was, wenn es bereits im Frühjahr 2020 zu einer Massenpanik gekommen wäre, gerade WEIL es keinerlei Schutzmaßnahmen gab? Und was, wenn unter all den Traumaopfern zahlreiche gewesen wären, die mit einer massiven Todesangst qualvoll ersticken? Ist diese panische Angst in dem Fall zu vernachlässigen?

Abschließend:

Am 20. Februar 2021 legten Sie der Tagesschau nahe, was deren Aufgabe sei. Siehe:

Ich möchte nicht anmaßend klingen, aber Ihre Aufgabe als Therapeutin ist es, in der Pandemie solide und neutrale Sicherheiten und Unterstützung anzubieten. Sie hätten beruhigend auf Opfer einwirken können, anstatt auf Twitter und Co – darf ich es sagen? – monatelang einen Rebellen-Aufstand zu leisten.

Es ist noch gar nicht so lange her, als ich erbost über das Vorgehen der Skeptiker war, weil diese Sie hinterleuchtet und harsch kritisiert haben. Heute aber empfinde ich grenzenlose Scham, wenn ich mir meine eigene Naivität vor Augen führe.

Sie, die Expertin der Dissoziativen Identitätsstörung, sind für mich nicht mehr von den Hardcore-Querdenkern zu unterscheiden und ich möchte mich in jeder, wirklich in jeglicher Hinsicht davon distanzieren, wenn Sie in dieser destruktiven Weise die Coronamaßnahmen kritisieren, um (angeblich?) Menschen mit einer Traumafolgestörung, – an der auch ich leide, – zu schützen!

… und ich bin mir sicher, – SEHR sicher – dass ich nicht die einzige Betroffene bin, die sich entschieden distanziert.

Marvelous

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