Britney Spears weiter unter Vormundschaft

Man muss sich erneut die Frage stellen: Welche Rechte hat ein psychisch erkrankter Mensch? Wie kann es sein, dass jemand, weil er psychisch krank ist, keinerlei Mitspracherecht hat, selbst wenn sie – in dem Fall Britney Spears – beteuert, der Vormund (ihr Vater) würde sie misshandeln.

Da sind wir nun wieder bei genau dem Problem, was auch hier in Deutschland heute, wie vor 50 Jahren besteht. Die Wahrnehmung eines psychisch kranken Menschen ist nichts wert, wenn es um Konflikte geht, oder gar um Rechtsstreitigkeiten gegen Personen oder Institutionen, die Macht haben.

Es ist schlimm genug, dass jemand allgemein kein Recht hat, mitzuentscheiden, wer der Vormund sein soll. Die Tatsache aber, dass der Vater hier weiterhin die Möglichkeit hat, seine Tochter zu quälen bzw. zu misshandeln, weil…?

Ja warum eigentlich? Eine ganz einfache Frage! >> Wieso wird ihr nicht geglaubt? Was hat die Sängerin nun eigentlich großartig gewollt? Dass man ihn einsperrt? Nein. Sie wollte schlicht und ergreifend nicht mehr, dass er die Möglichkeit hat, über ihr gesamtes Leben, ihr Sein und ihr Tun zu entscheiden. Sie wollte die Vormundschaft der Bessemer Treuhandgesellschaft in die Hände legen. Es wurde abgelehnt.

Im Spiegel heißt es:

In einem Gerichtsverfahren am Dienstagnachmittag (Ortszeit) sagten die Anwälte von Jamie Spears, er sei »sehr traurig, von den Schwierigkeiten und Leiden seiner Tochter zu hören«, und »glaubt, dass diese Behauptungen untersucht werden müssen.

Wenn der Täter das Opfer anfängt zu bedauern, weil er nun nichts mehr zu befürchten hat, dann will er dem Opfer gegenüber damit seine Macht demonstrieren. Es ist für das Opfer die größtmögliche Demütigung und Verhöhnung, wenn der Täter Traurigkeit äußert und ggf. sogar noch bemitleidet wird.

Der Fall Britney Spears ist ein Präzedenzfall. Wenn selbst einem prominenten Menschen, wie dieser Sängerin keinerlei Glaubwürdigkeit geschenkt wird, weil sie psychisch krank ist, (und ggf. eine Frau?) dann ist das für die Zukunft und den Fortschritt, den man erhoffte, ein vernichtendes Zeichen.

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